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Fest machen

Das Anlegemanöver sollte stets gut vorbereitet sein.
  • Alle wichtigen Stationen mit der „Fendergang“ besetzen.
  • Festmacher­leinen in Buchten an Deck in der Nähe des Pollers legen. Ein sauberes Ausrauschen des Tauwerks ist somit gewähr­leistet.
  • Das Tauwerk vor dem Anlegema­növer durch die Klüsen führen (auf die zahl­reichen Antennen auf dem Achterschiff achten).
  • Wurfleine vorbereiten: Dazu wird eine dünne Wurfleine mit einem Webeleinenstek auf Slip an dem Festmachertau befestigt.  Den Knoten dabei nicht am Ende des Auges des Festmachertaus befestigen, sondern mittig.  Nun kann die Wurfleine nach dem Belegen auf einem Hafenpoller auch unter Zug der Festmacherleine wieder gelöst werden.
  • Zum Werfen wird die Wurfleine in zwei Teile geteilt, wobei erfahrungsgemäß 1/3 in der Wurfhand und 2/3 in der Führungshand liegen.
  • Ist die Wurfleine übergebracht, beginnt der „gefährliche“ Teil des Anlegemanövers. Beim „Eindampfen“ z. B. in die Spring kommen enorme Kräfte auf das Seil. Dabei kann Tauwerk brechen und peitschenartig zurückfliegen. Daher steht rund um den  Poller so wenig Crew wie möglich! Beim kontrollierten Fieren des Tauwerks zeigen die Daumen stets zum eigenen Körper. Somit ist die Gefahr, dass der Daumen zwischen Tauwerk und Poller gerät geringer. Wegen der beschriebenen Gefahren werden die Festmacherleinen grundsätzlich vom Stamm und nicht von Teilnehmern bedient.
  • Ein Doppelpoller wird meist in achter-buchten belegt und anschließend mit zwei Rundtörns verstärkt. Bei Einzelpollern genügen mehrere Rundtörns, bis sich das Tauwerk bekneift.
  • Werden mehrere Festmachertau auf einem Poller belegt, wird das nachfolgende Auge von unten durch das bereits befestigte Auge geführt. So können beide Leinen separat gelöst werden.
  • Aus Sicherheitsgründen wird das Schiff von der Crew erst nach dem Überbringen der Gangway verlassen.
  • Beim Ablegen grundsätzlich darauf achten, dass die Leinen zügig eingeholt werden, damit kein Tauwerk in die Schiffsschraube gerät.