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Mann über Bord (MOB)

„Ein besonderes Manöver, das jeden Augenblick notwendig werden kann, ist das Mann-über-Bord-Manöver“. - „Erstes Gebot für jeden, der jemanden über Bord fallen sieht, ist es daher Lärm zu schlagen mit dem Ruf „Mann über Bord“ und den nächsten Rettungsring zu werfen. Diese Doppelreaktion, nämlich rufen und werfen, muss blitzartig und wie automatisch erfolgen. „Jeder, der den Ruf hört, hat ihn unverzüglich weiterzugeben. Es kommt darauf an, dass er so schnell wie möglich auf die Brücke gelangt. Dabei läuft der Mann, der den Unfall beobachtet und den Ring geworfen hat, nicht selbst auf die Brücke, sondern er setzt alles daran, den Ring im Auge zu behalten und steigt dafür auch ein wenig in die Wanten. Er muss der Brücke und dem Boot die Richtung anzeigen mit ausgestrecktem Arm, um den Unfallort wieder finden zu können. (aus: Lehren und Lernen an Deck, Schopper 1964)

Auf vielen Schiffen gibt es neben den Rettungsringen eine Mann-über-Bord-Boje, die sich beim Überbordwerfen selbst aufbläst, mit einem Licht versehen ist und dementsprechend die Unglücksstelle gut markiert. Sollte jemand über Bord gefallen sein, ist es auch sinnvoll, die Position festzuhalten (z. B. MOB-Taste GPS) und eine Funkmeldung abzusetzen.

Nachdem der Alarmruf „MOB“ erfolgt ist, die Unfallstelle markiert und die Position festgehalten wurde, wird die Besatzung mit dem allgemeinen Notruf „ 7 mal kurz, einmal lang (.......-----) an Deck gerufen.

Ist das Schiff unter Segeln sind standardmäßig folgende Maßnahmen zu ergreifen:

  1. Schiff beidrehen
    Besan dichtholen
    Vor-, Schoner-, Großsegel-Schoten los
    Schiff in den Wind drehen und Rahsegel backfallen lassen
  2. Maschine klarmachen
  3. Rettungsdinghi (Hartschale) klarmachen und aussetzen
  4. Bereitschaftsbootsbesatzung besetzt das Boot mit angelegten Rettungswesten, Funkgerät, genügend Treibstoff im Tank, nachts mit Beleuchtung
  5. An Bord werden Maßnahmen zur Bergung und Erstversorgung des Überbordgefallenen eingeleitet.

Die Thor in Schleimünde
Im MOB-Fall ist es sinnvoll, dass die jeweilige Fahrwache das Rettungsdinghi aussetzt, während sich die Bereitchaftsbootsbesatzung ausrüstet und das Boot dann besteigt, wenn es sicher zu Wasser gelassen ist und die Bootstallje ausgeklinkt wurde. Achter- und Vorleine dürfen nur auf Anordnung des Bootsführers gelöst werden, bei starkem Seegang sind lange Vor- und Achterleinen zu setzten. Die Achterleine sollte dann möglichst „aus der Hand gefahren“ und nicht belegt werden, um ein Umschlagen des Bootes im starken Seegang zu verhindern.
   
Anmerkung:

Jedes sichere und zügige Bootaussetzen einer Fahrwache ist eine gute Übung für den möglichen Ernstfall.

Das umsichtige Verhalten aller Besatzungsmitglieder an Bord ist die beste Vorsorge für den MOB-Ernstfall. Bei Sturm, starkem Seegang und nachts ist das Wiederfinden und Bergen eines Überbordgefallenen extrem schwierig.